Artikel aus SÜDWEST AKTIV
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Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) machten Beate Weber, Ulrike Mozden und Susanne Widmaier Frauen Mut, bei der Kommunalwahl 2009 zu kandidieren.
Unter dem Motto "Ohne Frauen fehlt die Hälfte" spürten drei bereits erfolgreiche Kommunalpolitikerinnen in der Alten Post in Eislingen der Frage nach, warum auch heute noch Frauen in der Politik unterdurchschnittlich präsent sind. Beate Weber, ehemaligen Oberbürgermeisterin von Heidelberg, die junge Ulrike Mozden, Stadträtin in Böblingen, und Susanne Widmaier, Kreisrätin und stellvertretende Bürgermeisterin von Uhingen, forderten in der von Frieder Birzele moderierten Runde der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen
(ASF) unisono auf, sich viel mehr mit ihrem Wissen und ihren Standpunkten in jeglichen Gebieten - also nicht nur Familienpolitik - einzubringen, um mit ihren Sichtweisen die Interessen ihrer Bevölkerungshälfte besser durchzusetzen.
Besonders in Gemeinden auf dem Land falle es offenbar noch schwerer, trotz starker Gruppen wie den Landfrauen, Frauen dazu zu bringen, sich bei der politischen Gestaltung der Zukunft zu engagieren. Dies sei jedoch dringend nötig, meint Beate Weber, die mit ihrem Wissen um die Frauenarbeit gerne mit Rat und Tat bereit steht.
Provokant fragte Frieder Birzele mit Blick auf das Motto "Ohne Frauen fehlt die Hälfte": "Ja und - ist das schlimm?" Natürlich, bestätigen alle drei Referentinnen gemeinsam, denn es sei nicht zu verstehen, warum nur die Sicht der Männer in allen Lebensbereichen definiert werde, es fehle ein wesentlicher Teil der Wahrnehmung. "Geschlechtergerechtigkeit ist Verfassungsauftrag", so Weber. Zwischen Auftrag und Realität klaffe aber eine Riesendiskrepanz. Um Einfluss zu haben, müsse ein 30-prozentiger Anteil auf jeden Fall angepeilt werden.
Es scheitere oft daran, dass Frauen sich die Qualifikation nicht zutrauen, wo Männer höchstens fragen, ob sie die zusätzliche Zeit dazu noch haben.
Auch reine Hausfrauen melden sich weniger, sondern diejenigen, die sowieso schon sehr engagiert und organisiert sind. "Es geht auch mit drei Kindern", meint Susanne Widmaier aus eigener Erfahrung, die diese Arbeit als sehr spannend bezeichnet. Als Fazit hielten es alle Teilnehmer der Diskussionsrunde für dringend erforderlich, mehr Frauen in die Politik zu holen: Für mehr Lebensqualität und die Gestaltung des Lebens in Zeiten des enormen demographischen Wandels.