Nils Schmid bei erstem Frühjahrsrempfang des Böblinger Ortsvereins

Veröffentlicht am 20.03.2010 in Ortsverein

Der Hoffnungsträger der Sozialdemokraten kam verspätet - so ist das eben, wenn man als Landesvorsitzender kurzfristig nach Berlin beordert wird und der Flieger auch noch Verspätung hat. Als Nils Schmid am Donnerstagabend den Wolfgang-Brumme-Saal zum ersten Frühjahrsrsempfang des Böblinger Ortsvereins betrat, schaute er sich aber erst einmal ungläubig um.

Verloren sich doch gerade mal zwei Dutzend Parteigänger - und einige Grüne - im ehemaligen Sitzungssaal des Alten Rathauses. Dabei haben die SPDler laut ihrem Vormann doch "einiges zu tun, zu werben", bis zur Landtagswahl im kommenden Jahr.

Doch am neuen Landeschef lag es natürlich nicht, dass der Brumme-Saal etwas leer gähnte. "18 Monate Wahlkampf, 70000 Prospekte verteilt und 1800 Plakate aufgehängt", bilanzierte Ortsvereinschef Michael Ziegler. Und Fraktionsführer Herbert Protze konstatierte: "Da ist die Luft raus nach dem Wahlkampf, wir müssen noch ein bisschen üben für den Frühjahrsempfang." Was Schmid nicht wissen konnte: Zeitgleich mit dem Empfang hielten die Dagersheimer genossen ihre Hauptversammlung ab.

Dabei war der junge Vormann doch auch gekommen, um für sich selbst zu werben: "Ich brauche persönlich Ihre Unterstützung, ich möchte Spitzenkandidat werden." Zudem gelte es, Vertrauen für die SPD zurückzugewinnen, um "die schwarz-gelbe Regierung zu knacken". Dazu setzt die SPD auf Bildung. um das "sozialdemokratische Versprechen auf sozialen Aufstieg einzulösen". Dazu gehörten Ganztagesschulen sowie längeres gemeinsames Lernen als vier Jahre. Angesichts der dramatischen Finanzlage dürfe man bei der Steuergerechtigkeit nicht nachlassen, da werde "die CDU von der FDP am Nasenring durch die Arena geführt", attestierte er Stefan Mappus einen veritablen Fehlstart. Der neue Regierungschef habe in Sachen Steuersünder-CD "gezaudert und gezögert und dann die Verantwortung abgeschoben".

Risse im Wohlstandsfundament

Die Menschen hätten ein feines Gespür, dass "das Fundament des Wohlstands erste Risse zeige", gerade hier in der Autoregion. "Die Zukunft des Automobils bewegt mich", rief er dazu auf, zu kämpfen und "gute Ideen nicht nur hier zu entwickeln sondern auch zu produzieren". Gerade auch im Maschinen- und Anlagenbau gelte es die Energiewende fruchtbar zu machen. Doch bisher habe es das Land mit der Verteufelung der Windkraft nur auf eine "unterproportionale Verteilung" der neuen Jobs gebracht. Dabei sei gerade bei diesen Anlagen Know-how und Tüftlerkunst gefragt: "Wir wollen neue Ideen entfalten."

Wie man Wahlen erfolgreich bestreiten kann, konnte sich Schmid im Anschluss ja vom Fraktionschef erklären lassen. Hatte doch Protze auf das gute Abschneiden bei der Kommunalwahl hingewiesen. Auch wenn man im Rennen um den OB-Posten nicht obsiegt hatte: "Es hat nicht sollen sein." Dem neuen OB biete man vertrauensvolle Zusammenarbeit an: "Wir wollen dafür sorgen, dass sich viel bewegt in Böblingen." Die Stadt habe am Busbahnhof einen hervorragenden Investor, "der sich bis in die Bahnhofstraße ausdehnen will, um dort einen Impuls zu geben". Da "müssen dann auch die Herren Thomas Krauß, Dinkelaker und Habisreitinger mitmachen", forderte der SPD-Fraktionschef die Grundstücksbesitzer zu konstruktiver Mitarbeit auf.

Quelle: Kreiszeitung/ 20.03.2010

 
 

 

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